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KNABENCHOR – seit 1000 Jahren

Der Gesang von Kna­ben­chö­ren ist ein kul­tu­rel­ler Schatz – und das bereits seit über 1000 Jah­ren. Bis ins 19. Jahr­hun­dert hin­ein waren Kna­ben­chöre das allei­nige Instru­ment, das Kom­po­nis­ten bei der Erschaf­fung von Kir­chen­mu­sik inspi­riert hat: Musik wie Bachs Weih­nachtso­ra­to­rium, die fast jeder kennt und mil­lio­nen­fach zur Auf­füh­rung kommt. Aber auch in moder­ner Zeit hat ein Chor­klang aus Jun­gen­stim­men nichts an Fas­zi­na­tion ver­lo­ren. Kna­ben­chöre klin­gen ein­zig­ar­tig.

In unge­bro­che­ner Tra­di­tion leis­ten Kna­ben­chor­schu­len eine päd­ago­gi­sche Aus­bil­dung, die an Umfang, Inten­si­tät und Viel­falt bei­spiel­los ist. Die Schul­fä­cher, die in unse­ren Pro­ben eine Rolle spie­len, beste­hen kei­nes­wegs nur aus Musik und Reli­gion oder Phi­lo­so­phie, son­dern rei­chen von Bio­lo­gie (Stimm­bil­dung) und Mathe­ma­tik (Rhyth­mus­lehre) über Deutsch und meh­rere Fremd­spra­chen (Texte) bis hin zu Phy­sik (Klang und Into­na­tion), Geschichte (his­to­ri­scher Hin­ter­grund) oder Gesell­schafts- und Sozi­al­kunde. Und last not least: Der inten­sive Sport auf Chor­frei­zei­ten. Kna­ben­chöre bil­den ein­zig­ar­tig.

Nur im Kna­ben­chor… kann ein lei­den­schaft­lich sin­gen­der Junge mit ande­ren Jun­gen zum Teil einer großen alters­über­grei­fen­den Gemein­schaft wer­den. Nur im Kna­ben­chor ist der Abi­tu­ri­ent auf den 4.-Kläss­ler ange­wie­sen, denn ohne ihn kann er das Weih­nachtso­ra­to­rium nicht sin­gen. Nur im Kna­ben­chor wer­den 17-Jäh­rige – bewusst oder unbe­wusst – einen gemein­sa­men Leis­tungs­an­spruch mit Zehn­jäh­ri­gen ent­wi­ckeln. Nur im Kna­ben­chor braucht der 11-Jäh­rige den 16-Jäh­ri­gen, um das Fuß­ball­spiel am Ende doch noch zu gewin­nen und der heim­weh­ge­plagte Neue im Sopran wird die Erleich­te­rung nie ver­ges­sen, wenn sein viel zu voll gepack­ter Kof­fer von einem „Gro­ßen“ aus dem Bass in den 4. Stock der Jugend­her­berge geschleppt wird. (Schon in weni­gen Jah­ren wird der „Kleine“ dann sel­ber die Kof­fer der Jün­ge­ren tra­gen und damit zum Vor­bild für die nächste Chor­sän­ger­ge­ne­ra­tion wer­den.) Es ist diese wun­der­bare Abhän­gig­keit zwi­schen Jung und Alt, die für das gesamte Leben prä­gend ist. Erleb­nisse und Erfah­run­gen, die man jedem Jun­gen wünscht. Unsere ehe­ma­li­gen Sän­ger sind über­zeugt, dass ihr Leben ohne Kind­heit und Jugend im Kna­ben­chor ganz anders ver­lau­fen wär. Kna­ben­chöre sind ein­zig­ar­tig. Gott sei Dank!

Knabenchor Unser Lieben Frauen Bremen

Unter der Kir­che Unser Lie­ben Frauen liegt Bre­mens ältes­ter begeh­ba­rer Raum: die St. Veits-Kapelle. Mit den ers­ten gre­go­ria­ni­schen Cho­rä­len, die dort um das Jahr 1020 erklan­gen, haben Jun­gen und junge Män­ner die Tra­di­tion des Kna­ben­chor­ge­sangs an Unser Lie­ben Frauen begrün­det. Zwei­fel­los zog sich diese Tra­di­tion durch die Jahr­hun­derte und hat auch 1000 Jahre spä­ter nichts von ihrer Fas­zi­na­tion ver­lo­ren. Sie ist es, der sich die Sän­ger des heu­ti­gen Kna­ben­cho­res Unser Lie­ben Frauen ver­pflich­tet füh­len.

Gegrün­det im Sep­tem­ber 1945, haben sie sich seit­her in hun­der­ten Got­tes­diens­ten, Chor­ves­pern und großen Ora­to­ri­en­kon­zer­ten in die Her­zen unzäh­li­ger Men­schen gesun­gen. Dar­über hin­aus führ­ten Kon­zert­rei­sen den Chor durch ganz Europa. Auf­bau­end auf ihrer Begeis­te­rung für leben­dige Tra­di­ti­ons­pflege, geht es den Jun­gen um eine moderne Ver­bin­dung von hohem künst­le­ri­schen und päd­ago­gi­schen Anspruch: Ambi­tio­nierte Pro­ben­ar­beit und inten­si­ves Gemein­schafts­ge­fühl – das sind die bei­den Grund­pfei­ler der heu­ti­gen Cho­r­aus­bil­dung.