Reisetagebuch Schweden-Norwegen Oktober 2019

Frei­tag, 4. Okto­ber
Am Abrei­se­tag waren wir alle wie immer sehr gut gelaunt, die Stim­mung war bes­tens und wir san­gen noch ein Stück für die Eltern. Am Schwe­den­kai muss­ten wir dann kurz war­ten, bis wir unsere Bord­kar­ten für die Fähre erhiel­ten und die Pässe vor­zei­gen soll­ten. Unter uns waren Jungs, wel­che uns schon vor­her sag­ten, dass die Fähre auf der Rück­fahrt sogar noch bes­ser sein sollte und so stieg die Vor­freude auf die Rück­fahrt rasant an, denn die Stena Line hätte kaum bes­ser sein kön­nen. Ich fand das Essen sehr lecker und ich habe mir ordent­lich von die­sem auf den Tel­ler geschau­felt. Auf dem Son­nen­deck der Fähre war es recht win­dig, was am spä­te­ren Abend dann für sehr spa­ßige Momente gesorgt hat. In der Kajüte machte mir der wenige See­gang keine Pro­bleme zu schla­fen. So hatte ich eine ruhige Nacht.
Julian Emil Fran­zius (12 Jahre), Sopran

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Sams­tag, 5. Okto­ber
Das Essen auf der Stena Line war sehr gut. Als wir um 10 Uhr in Schwe­den (Göte­borg) anka­men, hat­ten wir eine drei­stün­dige Stadt­rund­fahrt. Beson­ders gut hat mir die Mast­hug- gskyr­kan gefal­len. Als wir dann am Mit­tag in der Jugend­her­berge anka­men, durf­ten wir noch nicht auf unsere Zim­mer. Des­we­gen hat­ten wir dann in der Deut­schen Kir­che unsere erste Probe, nach­dem wir in klei­nen Grup­pen die Stadt auf eigene Faust erkun­det haben. Am Abend ist der ganze Chor in eine Piz­ze­ria gegan­gen. Es gab für alle Pizza Mar­ghe­rita und ein Getränk. Alles in allem war es ein sehr schö­ner ers­ter Tag in Schwe­den.
Fre­de­ric Stern­berg (12 Jahre), Sopran

Ostseefähre nach Schweden –

Sonn­tag, 6. Okto­ber
Nach einem klei­nen Früh­stück in unse­rem Hotel in Göte­borg bra­chen wir unmit­tel­bar mit dem Bus auf, um pünkt­lich an der deut­schen Kir­che in der Innen­stadt Göte­borgs anzu­kom­men und dort unser ers­tes Kon­zert im Zuge des dor­ti­gen Got­tes­diens­tes zu geben. Eine sehr prunk­volle, auf Gold- und Blau­tö­nen basie­rende Ein­rich­tung der Kir­che erin­nerte dabei ste­tig an die Far­ben der schwe­di­schen Flagge.
Nach einem schö­nen Got­tes­dienst und einem gelun­ge­nen Kon­zert erwar­tete uns ein Mit­ta­ges­sen in der Gemeinde/Kir­che und ein anschlie­ßen­der Teil von Frei­zeit in der Stadt und einen Rund­gang durch das stadt­ei­gene Museum Göte­borgs mit eini­gen inter­essan­ten Ein­bli­cken in skan­di­na­vi­sche Geschichte. Nach einer Probe am Nach­mit­tag stand es uns dann schließ­lich frei zur Ver­fü­gung, den Tag mit einem indi­vi­du­el­len Abendes­sen aus­klin­gen zu las­sen. Abend­li­che Dop­pel­kopf-Run­den oder Wer­wolf-Spiele waren dabei auch gern gespielt.
Vin­cent Sex­troh (16 Jahre), Tenor

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Mon­tag, 7. Okto­ber
Am Mon­tag ging es mor­gens eher ent­spannt zu Gange. Nach einem herr­li­chen, letz­ten Früh­stück in Göte­borg wur­den Kof­fer gepackt und in den Bus ver­la­den. Drei Stun­den sollte die Fahrt nach Oslo dau­ern, die nur durch eine kurze Pause vor der Schwe­disch-Nor­we­gi­schen Grenze bei einem gol­de­nen 'M' sowie einem XXL Super­markt unter­bro­chen wurde. Auch die Grenz­sol­da­ten haben zu einer kür­ze­ren Fahrt bei­ge­tra­gen, indem sie uns durch­ge­wun­ken haben. Ab und zu könnte man rechts und links Fjorde und schöne Wäl­der sehen, die aus­sa­hen, wie man es sich vor­ge­stellt hat.
In Oslo ist uns ein viel wich­ti­ge­res Merk­mal Nor­we­gens auf­ge­fal­len, dass näm­lich gefühlt jedes zweite Auto ein Tesla ist. In der Jugend­her­berge haben wir uns bei einem lecke­ren Mit­ta­ges­sen gestärkt und die Zim­mer bezo­gen.
Eine ein­stün­dige Probe hat uns auf das erste Kon­zert vor­be­rei­tet, wel­ches in der „Den Nor­ske Kirke“ außer­halb von Oslo, statt­fand. Das Beson­dere an die­sem Kon­zert war die Pre­miere des Vitus Ensem­bles, wel­ches aus 8 Män­ner­stim­men unse­res Cho­res besteht. Hin­ter­her gab es Schnit­ten mit Lachs und Braun­käse; also typisch Nor­we­gisch. Ent­spannt ging es in die Jugend­her­berge und für man­che Kna­ben schon gleich ins Bett.
Jan-Chri­stoph Fran­zius (16 Jahre), Tenor

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Diens­tag, 8. Okto­ber
Nach­dem wir dann um 10 Uhr unsere Stadt­füh­re­rin in der Nähe der Stadt­oper abge­holt hat­ten, ging es erst ein­mal durch die Innen­stadt Oslos, wo wir über die Geschichte und Bedeu­tun­gen ein­zel­ner Häu­ser auf­ge­klärt wur­den. Nach gut 1 1/2 Stun­den ging es dann in den Vige­land­spark (auf nor­we­gisch Vige­lands­an­leg­get), wo wir bei Regen zügig inner­halb von einer Stunde den Park durch­quer­ten. Zwi­schen­durch wurde bei der Anlage um den Mono­li­ten „Dei­lig er jor­den“ zum Bes­ten gege­ben, womit sich der Kna­ben­chor prompt zu einer Tou­ris­te­nat­trak­tion für eine asia­ti­sche Rei­se­gruppe ent­wi­ckelte. Unter dem Blitz­licht­ge­wit­ter, tosen­dem Applaus und mit durch­näs­ster Klei­dung ging es dann wei­ter zu der berühm­ten Sprungschanze Hol­men­kol­len, wo unser Geburts­tags­kind Klaas zu einem „Sprung“ im Flug­si­mu­la­tor ein­ge­la­den wurde. Danach ging es wie­der zurück in die Jugend­her­berge, wo jeder sich noch ein­mal stär­ken konnte. Nach einer kur­zen Pause und der dar­auf­fol­gen­den Probe ging es dann per Bus in das nahe­ge­le­gene Dram­men, wo der ört­li­che Kna­ben­chor uns als Beglei­tung unter­stützte. Nach einem ful­mi­nan­ten Kon­zert, wel­ches sogar unsere vor­her­ge­nannte Stadt­füh­re­rin nach Dram­men gelockt hatte, ging es dann zurück in die Her­berge und früh ins Bett, um sich auf das Finale vor­zu­be­rei­ten….
Till­man Czech (14 Jahre), Bass

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Mitt­woch, 9. Okto­ber
Am Mitt­woch haben wir alle das Neue Opern­haus in Oslo besich­tigt. Wir haben das wirk­lich beein­dru­ckende Gebäude, wel­ches 2008 eröff­net wurde, mit Füh­run­gen in Klein­grup­pen erkun­det.
Das Opern­haus, das einem trei­ben­den Eis­berg nach­emp­fun­den wurde, bie­tet knapp 1000 Zuschau­ern Platz. Beson­ders die Fassade aus weißem ita­lie­ni­schen Car­rara Mar­mor und das begeh­bare Dach machen das Gebäude ganz beson­ders. Die Füh­run­gen ermög­lich­ten uns beson­dere Ein­bli­cke hin­ter die Kulis­sen der Oper und den Opern­saal. Die Opern­be­sich­ti­gung war defi­ni­tiv ein High­light die­ser Kon­zert­reise. Nach der Besich­ti­gung gab es Zeit, die Innen­stadt von Oslo in Klein­grup­pen zu besich­ti­gen. Mit mei­ner Gruppe ging es bis zum König­li­chen Schloss, wo wir einem ein­sa­men Sol­da­ten ein Ständ­chen san­gen. Am Abend fand unser letz­tes und mei­ner Mei­nung nach auch schöns­tes Kon­zert die­ser Reise statt. In der Ura­ni­en­borg Kirke, unter Mit­ge­stal­tung des Solv­gut­tene Kna­ben­chors (Nor­we­gi­scher Rund­funk) haben wir vor gut besuch­ter Kir­che ein tol­les Kon­zert abge­lie­fert. Beide Chöre haben jeweils ein ca. 35-minü­ti­ges Pro­gramm prä­sen­tiert und zum Abschluss gemein­sam das Lied „Dei­lig er Jor­den“ gesun­gen. Das Kon­zert war eine ganz beson­dere und tolle Erfah­rung, die wohl jedem Chor­sän­ger für immer in Erin­ne­rung blei­ben wird.
Frit­jof Klin­gen­berg (19 Jahre), Bass

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Don­ners­tag, 10. Okto­ber
Für mich begann der Tag nor­mal: geweckt wer­den, anzie­hen und zum Früh­stück gehen. Vom Per­so­nal kam der Wunsch „Dei­lig er Jor­den“, was wir natür­lich auch san­gen. Um 10:30 Uhr rollte der Bus und brachte uns zu einem grö­ße­ren Schiff als die „Stena Line“, der „Co­lor Line Magic“. Zuerst musste man ziem­lich lange war­ten. Die Zeit wurde ver­trie­ben mit Dop­pel­kopf oder Doo­ble. End­lich konn­ten wir auf das mini Kreuz­fahrt­schiff, das zum Ver­lau­fen groß war. Nach mei­nem Geschmack etwas zu groß. Es gab Fahr­stühle mit Glas­fens­ter, ein Casino, ein Schwimm­bad, ziem­lich coole Restau­rants und über 1000 Zim­mer. Als ein paar von uns ins Zim­mer kamen, gab es Ver­wir­rung: Wir waren 5 – im Zim­mer war nur ein Bett und zwei Sofas. Dann bemerk­ten wir, dass noch zwei Bet­ten in der Decke waren und dass sich die Sofas aus­klap­pen lie­ßen. Nach dem das Pro­blem geklärt war, lie­fen wir nach drau­ßen. Plötz­lich hupte das Schiff drei­mal ohren­be­täu­bend. Ein paar von mei­nem Zim­mer schos­sen in die Luft und andere, ich auch, lie­fen ein paar Schritte rück­wärts und duck­ten sich, um sich davor zu ver­ste­cken. Es war zum Glück nur das Zei­chen zum Los­fah­ren. Nach dem Schreck erkun­dig­ten wird das Schiff. Unter Deck tra­fen sich ein paar Kna­ben, um ein Spiel zu spie­len, das sehr kri­mi­ar­tig war. Den Namen, die Cha­rak­tere und die Regeln möchte ich aus Sicher­heits­grün­den geheim hal­ten. End­lich gab es Abendes­sen. Wir tra­fen uns vorm Restau­rant, damit uns mit­ge­teilt wurde, dass wir die Zim­mer­karte zum Essen brau­chen. Vor Schreck merkte ich, dass ich meine Karte im Zim­mer gelas­sen habe! Die Zim­mer­karte im Zim­mer – also schnell sich die Karte eines ande­ren aus mei­nem Zim­mer bor­gen und los sprin­ten. Und dann sich ver­lau­fen. Statt in den ach­ten Stock zu lau­fen, bin ich in den neun­ten gelau­fen. Ich bin zwar zu spät gekom­men, hatte aber meine Karte. Das Buf­fet war fan­ta­stica. Es gab z.B. einen Tisch mit ca. 15 Kuchen oder Tor­ten. Trotz des Rie­sen­buf­fets aß ich nur wenig, denn ich wollte ins Schwimm­bad. Das Schwimm­bad war zwar klein, aber cool. Es gab eine lus­tige Rut­sche, die sehr schlän­ge­lig war, zwei Whirl­pools und ein klei­nes Schwimm­be­cken. Irgend­wann muss­ten man zwar raus, aber für mich und mei­nen Freund hatte der Spaß noch nicht auf­ge­hört. Wir gin­gen in Geschäfte, kauf­ten was und gin­gen in eine Sing- und Tanz­show, wo wir bis zum Ende blie­ben. Dann ging es aufs Zim­mer. Wäh­rend es dann noch ein paar Pro­bleme gab wegen einer Serie im Fern­se­hen, mach­ten wir uns fer­tig und die, die noch etwas gucken woll­ten, gaben nach. So endete der Tag halb noch in Nor­we­gen, halb auf dem Meer.
Lean­der John (11 Jahre), Sopran

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Frei­tag, 11. Okto­ber
Das Früh­stück auf der Fähre war sehr lecker und ich habe mir rich­tig viel auf­ge­tan. Die Stim­mung war präch­tig und von Gesän­gen unter­malt. Auf der Bus­fahrt haben man­che Kreuz­wort­rät­sel gelöst und UNO gespielt – die meis­ten haben aber geschla­fen.
Die Ankunft in Bre­men: Als unser Bus in die Wacht­straße ein­bog, freu­ten wir uns, unsere Eltern wie­der zu sehen, waren aber auch trau­rig, dass die so schöne Kon­zert­reise nun zu Ende war. Viele hal­fen mit, das Gepäck aus­zu­la­den. Dar­un­ter waren auch zwei sehr große Kis­ten, in denen unsere Pel­len und die Noten ver­staut waren. Sie wur­den nun in die Kir­che zurück gescho­ben. Dort ange­kom­men, ver­sam­mel­ten wir uns alle noch zu einem Abschluss­foto, in unsere neuen Chor­pul­lis geklei­det, über die wir uns sehr gefreut haben. Sie haben uns schon auf unse­rer Reise beglei­tet.
Nach dem Foto tra­fen wir uns vor dem Altar, um Chris­tiane Czech zu ver­ab­schie­den. Wir san­gen ihr zwei Lie­der und es wur­den Geschenke über­reicht. Nach den Dan­kes­re­den stan­den vie­len die Trä­nen in den Augen.
Es war eine wun­der­schöne Reise, die ich nie ver­ges­sen werde.
Joo­ris Johan­nes Stolz (11 Jahre), Alt

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